Diakonie |
ChronikIm Herbst 1989, als die politische Wende in der ehemaligen DDR beginnt, verschaffen sich Bürger der Region Zutritt zu der Zentrale der Staatssicherheit, dem heutigen Gelände des Diakoniewerkes Neues Ufer gGmbH. Die langwierige Auflösung des Staatssicherheitsdienstes und die Suche nach einer Perspektive für das Gelände werden eingeleitet und begleitet von engagierten Mitgliedern des Neuen Forums, der Grünen, der ortsansässigen Kirchgemeinden und von Menschen, die sich um pflegebedürftige oder behinderte Angehörige sorgen. Zum Jahresbeginn 1990 wird von ihnen eine Konzeption für eine soziale Nutzung vorgelegt. Der runde Tisch - das in der Wendezeit geschaffene, politisch einflussreiche demokratische Gremium - beschließt am 20.03.1990 die vielseitige soziale Nutzung des ehemaligen Stasi-Geländes. Im Frühsommer 1990 wird ein vorläufiger Nutzungsvertrag mit dem Diakonischen Werk geschlossen. Im Oktober 1990 wird der Gesellschaftervertrag aufgesetzt, der regelt, welche organisatorischen Strukturen die Arbeit der Einrichtungen unterstützen werden. Eine gemeinnützige GmbH wird gegründet. Sie vereint Gesellschafter mit unterschiedlichen Anteilen. Die Gesellschafter sind heute: - das Diakonische Werk der Ev.- Luth. Landeskirche Mecklenburgs e.V. Im Januar 1991 beginnen bereits verschiedene Einrichtungen ihre Arbeit auf dem Diakoniegelände. Das bedeutet eine besondere und für viele unbekannte Herausforderung: Angebote zu schaffen, die Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen dazu verhelfen, am gesellschaftlich-öffentlichen Leben teilzuhaben. In einem Institut für Aus- und Fortbildung, das zeitgleich mit anderen Tätigkeitsbereichen auf dem Gelände aufgebaut wird, werden Lehrgänge angeboten: berufsbegleitende Erwachsenenbildung (Altenpflege, Heilerziehung, Beratung, Arbeiten mit Menschen mit Behinderung), Abschlüsse für die staatliche Anerkennungen von Erzieherinnenausbildungen und Kurse zu spezifischen Themen sichern den Ausbildungsstand der Mitarbeiter. Neben dem Aufbau des Diakoniewerkes geht es auch um die Verankerung diakonischer Angebote in der Region. Als kompetenter Träger übernimmt das Diakoniewerk 1994 sechs Schweriner Kindertagesstätten, von denen einige integrativ alle aber nach zeitgemäßen pädagogischen Konzepten arbeiten. Eine besondere Einrichtung ist der Evangelische Sprachheilkindergarten. In Crivitz und Sternberg werden zahlreiche Angebote der Jugendhilfe und Angebote für Menschen mit psychischer Behinderung geschaffen. Es entsteht ein Diakoniehaus in Crivitz und in Sternberg mit weiteren Angeboten von Praxen für Logopädie bis zum Familienentlastenden Dienst (FED). Für behinderte Menschen entstehen in den umliegenden Gemeinden Wohnheime. Unterstützend für die Arbeit in nahezu allen Bereichen wirkt sich die Tätigkeit der Beratungsstellen im Diakoniewerk aus. Das Gelände des Diakoniewerkes Neues Ufer zwischen Rampe und Retgendorf wird durch verschiedene Mieter lebendiger. Am 1. Dezember 1998 kommt die Weinbergschule Schwerin, eine Ev. kooperative Schule zur individuellen Lebensbewältigung, in die Trägerschaft des Diakoniewerks Neues Ufer. Die Evangelische Altenpflegeschule des Institutes für berufliche Aus- und Weiterbildung wird auf- und ausgebaut. Mit der Übernahme der Montessori-Schule Schwerin, eine Evangelische integrative Grundschule, erweitert sich das Diakoniewerk Neues Ufer im Jahr 1999 ein weiteres Mal. Zum 1. Januar 2002 übergibt die Gemeinde Pinnow ihre Kindertagesstätte Petermännchen an das Diakoniewerk Neues Ufer. Ebenfalls 2002 wird der Kindergarten Matthias Claudius, ein traditionsreicher kirchlicher Kindergarten in Schwerin, in das Diakoniewerk integriert und im gleichen Jahr kann der Umbau des Gemeindehauses in der Schelfstraße 36 zu einem Kindergarten vollendet werden. Schon im Januar 2003 kann der Matthias-Claudius-Kindergarten sein neues Domizil beziehen. Auch der Kindergarten für ALLE, eine der ersten Einrichtungen des Diakoniewerks und der erste integrative Kindergarten in der Region überhaupt, bezieht ein neues Haus. In ruhiger Lage mit Blick auf den Schweriner See spielen und lernen die Kinder nun in einem modernen, freundlichen Haus in Retgendorf. Die Jahre 2003 und 2004 sind in besonderem Maße durch Neuerrichtungen von Häusern geprägt. So entsteht nach langer Planungsphase das Wohnhaus für Menschen mit Körperbehinderung in der Bleicherstraße. Im Jahre 2004 wird in Schwerin das Wohnhaus für Menschen mit geistiger Behinderung eröffnet - ein besonders interessantes Projekt: In diesem Haus leben Menschen mit geistiger Behinderung im eigenen Wohnraum und werden ambulant betreut und begleitet. In dem Haus in der Bergstraße gibt es auch eine Trainingswohnung, in der Menschen mit geistiger Behinderung und einem intensiveren Betreuungsbedarf auf den Schritt in eine eigene Wohnung vorbereitet werden. Das Seniorenpflegeheim Haus am Sinnesgarten auf dem Zentralgelände in Rampe wird am 1. Juli 2004 eröffnet - die ersten Seniorenwohnungen mit Betreuungsangebot in Leezen nur wenige Wochen danach. Inzwischen sind der zweite und dritte Bauabschnitt in Angriff genommen - nach der Fertigstellung Ende 2005 stehen dort 38 Wohnungen und eine Begegnungsstätte zur Verfügung. Bereits kurz nach dem Einzug der ersten Mieter hat sich in dem Areal in Leezen eine kleine Dorfgemeinschaft mit engen sozialen Bindungen gebildet. Zum Seitenanfang |
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Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH Sitz des Diakoniewerks Neues Ufer gGmbH in Schwerin Geschäftsführer: |
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