Menschen mit Behinderung bestimmen zunehmend selbst, wie sie leben wollen und welcher Hilfen sie bedürfen. Das Paradigma "Selbstbestimmt Leben" ist Ausdruck eines veränderten Selbstverständnisses behinderter Menschen und Forderung zugleich: gegen Entmündigung, Diskriminierung und Aussonderung; für gesellschaftliche Mitwirkung und Teilhabe im Sinne selbstbestimmter Wahl- und Lebensmöglichkeiten.
Leben mit Behinderung wird insofern vom Diakoniewerk Neues Ufer als eine mögliche Daseinsform begriffen. Eine Sichtweise auf Menschen mit Behinderung, die sich ausschließlich auf die Defizite und Störungen konzentriert, kann dem nicht gerecht werden. Der Fokus des begleitenden Ansatzes von Menschen mit Behinderung liegt stattdessen auf dem individuellen Hilfebedarf, der als besonderer Bedarf eines Menschen in seinem Lebenskontext angesehen wird. Jeder Mensch wird in seinem ganz eigenen Sein beachtet und in seiner persönlichen Entfaltung individuell unterstützt. Eine Haltung des grundsätzlichen Respekts vor dem jeweils eigenen Lebensstil des begleiteten Menschen hilft dabei, den Umgang nicht übermäßig zu pädagogisieren.
Insofern bedarf es Wohnformen, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Ein Patentrezept darf und wird es nicht geben. Das Diakoniewerk Neues Ufer sieht seine Aufgabe darin, unterschiedlichen Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

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