Thomas Tweer
Geschäftsführer

Diakoniewerk
Neues Ufer gGmbH

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19067 Rampe

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Ein Wochenplan bringt Struktur in den Alltag

Ambulante Hilfen für Menschen mit Behinderungen

Leezen • In den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist für die meisten Menschen selbstverständlich. Für geistig behinderte Personen ist das jedoch ein hohes Gut. Das Diakoniewerk Neues Ufer sieht seine Aufgabe darin, unterschiedlichen Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Im Rahmen des Ambulant Begleiteten Wohnens stellt es seinen Klienten pädagogische Fachkräfte zur Seite, die ihnen bei der Bewältigung des Alltags helfen.

Seit 2009 wohnt Heike Kliesch nun schon in ihrer eigenen Wohnung. Die 38-Jährige weiß die Ruhe zu schätzen. „Ich male gern und sitze dann manchmal einen ganzen Nachmittag an einem Bild”, sagt sie. Dann entwirft sie das Bild mit einem Bleistift auf dem Papier und tuscht anschließend nach. Das erfordert Konzentration. Besonders die Farbe Grün mag sie.
Auch im Berufsleben kann sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Zeichnen, hingeben. „Ich arbeite seit 21 Jahren in den Ramper Werkstätten, seit zwei Jahren in der Kreativwerkstatt”, erzählt sie stolz. Den sechs Kilometer langen Weg dorthin fährt sie fast jeden Tag mit ihrem Rad.
Auf einen sauberen Haushalt legt Heike Kliesch genauso viel Wert. Ein Wochenplan in der Küche zeigt ihr an, an welchem Tag welche Aufgabe erledigt werden muss. Blumen gießen, Altpapier entsorgen oder die Haustreppe reinigen. Dabei bekommt sie Unterstützung von Diakonie-Mitarbeiterin Anne-Dörte Glüsing. „Ich besuche Heike zwei- bis dreimal die Woche und helfe ihr, diesen Plan einzuhalten”, so die Heilerziehungspflegerin. „Gerade, wenn es ihr schwer fällt, sich zu organisieren und wieder in den Rhythmus reinzukommen, bin ich für sie da”, so Glüsing.
Wie derzeit 69 weitere Klienten bekommt Heike Kliesch sozialpädagogische Unterstützung und Begleitung in ihrem Alltag. Dank dieser Hilfsform, dem Ambulant Begleiteten Wohnen, ist es ihnen möglich, selbstbestimmt in ihren eigenen Wohnungen in Schwerin sowie im Landkreis Parchim zu leben. Der zeitliche Umfang der Begleitung richtet sich nach dem Bedarf des behinderten Menschens an Unterstützungsleistungen, so zum Beispiel in Höhe von vier Stunden wöchentlich, wie es bei der 38-Jährigen der Fall ist.
Die Mitarbeiter beraten und unterstützen in allen individuell erforderlichen Lebensbereichen, etwa bei Behördenangelegenheiten oder bei der Einteilung des Geldes. Zudem begleiten sie ihre Klienten auch bei Arztbesuchen, regen zur Freizeitgestaltung an und stehen für Gespräche in Konfliktsituationen zur Verfügung. In der Regel werden die Hilfen vom zuständigen Sozialamt finanziert.
Grundvoraussetzung für das Ambulant Begleitete Wohnen ist, dass die Klienten fähig sind, sich selbst grundlegend zu versorgen und sich im Notfall selbst Hilfe organisieren können. Die Bereitschaft, mit einem der aktuell 12 professionellen Begleiter zusammenzuarbeiten, zählt ebenfalls dazu.
Auf den Aufbau und Erhalt eines sozialen Umfeldes wird ebenfalls geachtet. „Es ist wichtig, dass die Klienten in die Gesellschaft integriert sind. Das gelingt besonders gut, wenn sie sich bei Bedarf auch Hilfe aus dem näheren Umfeld holen können”, sagt Anne-Dörte Glüsing. Sie freut sich für Heike Kliesch, dass diese sich neben der professionellen Hilfe stets Unterstützung aus der Familie und Nachbarschaft holen kann.

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